
„Wir tappen nicht im Dunkeln“ - Der Drohnen-Angriff in Leipzig und was daraus folgt
8/12/2026
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„Ich möchte nicht in irgendeiner Form Täterwissen preisgeben“, sagt Sachsens Innenminister Armin Schuster im Podcast „Thema in Sachsen“ von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung. Er sagt allerdings auch: „Wir tappen nicht im Dunkeln. Es gibt Ermittlungsansätze.“
Nach einer mehr als drei Stunden langen Sondersitzung des Innenausschusses im Sächsischen Landtag hat der CDU-Politiker am Mittwoch exklusiv mit LVZ und SZ über den Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen gesprochen - und darüber, was daraus folgt.
Als unmittelbare Reaktion will sich Schuster für einen besseren Schutz des Flughafens Leipzig/Halle einsetzen. Am Abend des 4. August war dort mindestens eine mit Sprengstoff beladene Drohne niedergegangen. Nach bisherigen Erkenntnissen traf sie dabei wohl eine geparkte Frachtmaschine der ukrainischen Airline Antonov.
„Mein oberstes Ziel ist erstmal, dass Leipzigs schnellstmöglich jetzt mit modernster Drohnen-Abwehrtechnik ausgestattet wird“, so der Innenminister. Dass der Flughafen binnen kurzer Zeit zum zweiten Mal Schauplatz eines Anschlagsversuchs geworden sei, verdeutliche die Dringlichkeit zum Handeln. Im Juli 2024 war im DHL-Logistikzentrum ein Paket explodiert, bevor es in eine Frachtmaschine verladen wurde. Nur knapp entging man damals einer Katastrophe.
Beim Aufbau einer bundesweiten Sicherheitsinfrastruktur wolle Schuster den Bund aktiv unterstützen. „Wir sind sehr, sehr interessiert daran, dass das Thema Forschung und Entwicklung in der Drohnentechnik mit unserer Beteiligung stattfindet.“ Zudem betont der Minister, dass Sachsen beim Aufbau des neuen gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums in Berlin bereits jetzt schon „vollständig dabei ist“. Ebenso beim gemeinsamen Abwehrzentrum Hybrid. „Wir investieren im Moment wirklich Manpower in die Fragen, die wir hier aus sächsischer Sicht gerne beantwortet hätten.“
Gleichzeitig warnt der CDU-Politiker vor falschen Erwartungen: „Es ist unmöglich, ein Drohnen-Netz über Sachsen oder ganz Deutschland zu spannen, das uns für jeden Eventualfall 100 Prozent sichert.“ Warum das Errichten eines solchen Komplettschutzes technisch schwierig ist, erklärt im Podcast Gerald Wissel. Er ist als Vorsitzender des Europäischen Verbandes für unbemannte Luftfahrt ein anerkannter Drohnenexperte.
Schließlich dreht sich der Podcast auch um die zentrale Frage, wie man mit einer Drohne umgeht, die als gefährlich eingestuft wird. Wie im Fall von Leipzig gesehen, ist es potenziell möglich, dass eine Drohne Sprengstoff transportiert. Will und kann man so ein Fluggerät über bewohntem Gebiet abfangen oder abschießen?
Wie sich dazu Sachsens Innenminister positioniert und was Experte Gerald Wissel bei der Gefahrenabwehr für notwendig hält, das gibt es zum Hören in der aktuellen Folge „Thema in Sachsen“. Außerdem berichtet in dieser Folge der LVZ- und SZ-Reporter Florian Reinke über alle bis zu diesem Mittwoch bekannten Details zum Drohnen-Vorfall sowie den Ermittlungen.
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