
Beim Geschäft mit dem Betongold wurde zu lange weggesehen
Unter dem Deckmantel touristischer Entwicklung wurde in der Vergangenheit oft Stück für Stück und ohne Plan umgewidmet, tatsächlich aber mit Blick auf kurzfristige Gewinne für wenige. In vielen Gemeinden Salzburgs, insbesondere im Pinzgau, wurden über Jahre hinweg großzügig Flächen gewidmet – auf Druck von Investoren, mit dem Versprechen von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung. Doch statt nachhaltigem Tourismus entstanden Chalet-Geisterdörfer, Spekulationsruinen und juristische Baustellen. Hinter vielen dieser Projekte stecken sogenannte Buy-to-let-Modelle, die Investoren hohe Renditen versprechen.
Jahrelang fehlte die Kontrolle und mit ihr ein klares politisches Konzept für Raumordnung und Bodennutzung. Bürgermeister entschieden über Widmungen, oft mit einem Auge auf die Gemeindekasse, aber selten mit einem Plan für die Zukunft. Spekulanten schufen an schönsten Flecken des Landes Projekte wie das Six-Senses-Resort am Pass Thurn – exemplarisch für eine Politik des Durchwinkens, in der Umwelt, Gemeinwohl und Rechtssicherheit oft das Nachsehen hatten.
Erst ein verheerender Bericht des Landesrechnungshofs und ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs brachten Bewegung ins System. Seit zwei Jahren gibt es eine zentrale Grundverkehrsbehörde – ein erster Schritt. Doch reicht das? Oder braucht es eine noch radikalere Neuausrichtung der Raumplanung, hin zu mehr Kontrolle, Transparenz und Verantwortung auf Landesebene?
Im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Simon Heilig-Hofbauer thematisiert Stefanie Ruep unter anderem die Frage, warum die Pleite der Alpine Familiy Group symptomatisch für den Ausverkauf der Heimat steht.
Mehr dazu könnt ihr im Werkspost-Kommentar „Beim Geschäft mit dem Betongold wurde zu lange weggesehen“ von Stefanie Ruep lesen.
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Redaktion: Stefanie Ruep
Technik: Christian Veichtlbauer
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