
Hermann der Cherusker: Der Mythos vom ersten Deutschen
0:00
53:17
Am 16. August 1875 pilgern Tausende Menschen in den Teutoburger Wald bei
Detmold. Dort wird das Hermannsdenkmal eingeweiht, eine Statue, wie
Deutschland sie noch nicht gesehen hat. Inklusive Sockel ist sie 54
Meter hoch, ein kolossaler Recke mit Flügelhelm: Hermann der Cherusker.
Allein das Schwert, das er gen Westen – Richtung Frankreich – hebt,
misst sieben Meter. Der Hermann ist zu dieser Zeit die höchste Statue
der westlichen Welt. Am Festtag ist der Weg auf die Grotenburg, wo der
Koloss steht, mit Tribünen gesäumt. Auch Kaiser Wilhelm I. gibt sich die
Ehre, um den Triumph der Fertigstellung zu feiern.
Doch der so pompös als Ur-Deutscher gefeierte Hermann hieß nicht immer
so: Eigentlich trug er den Namen Arminius und war ein germanischer
Stammesfürst. Er kommandierte römische Hilfstruppen der Cherusker
zwischen Weser und Elbe. Und niemand hätte sich je an ihn erinnert,
hätte er sich nicht im Jahr 9. n. Chr. aus unbekannten Gründen plötzlich
gegen seinen Dienstherren, den römischen Statthalter in Germanien,
Publius Quinctilius Varus, gewandt und diesen mitsamt seinen drei
Legionen in einer großen Schlacht vernichtend geschlagen.
In der neuen Folge von »Wie war das noch mal« begeben wir uns auf die
Spuren des Arminius- und Hermannskultes. Wir besichtigen das
Hermannsdenkmal bei Detmold und fragen, was im Jahr 9. n. Chr.
eigentlich geschehen ist. Wir erzählen, wie aus der Varusschlacht am
Rande des römischen Imperiums 1500 Jahre später ein deutscher
Heldenmythos geboren wurde. Und wir reisen ins 19. Jahrhundert, als mit
Napoleon ein neuer Feind diesem Mythos wieder Leben einhauchte und die
Geschichte von Hermann dem Cherusker schließlich zur chauvinistischen
Großmachterzählung wurde. Bis heute ist der angebliche Hermann ein
Identitätsspender für rechtsradikale Germanenfans. Höchste Zeit, ihn
sich einmal genauer anzusehen.
Das aktuelle ZEIT-Geschichte-Heft »Wer sind die Deutschen? Und seit
wann?« bekommen Sie online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem
Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen
bestellen.
Die Redaktion erreichen Sie per Mail unter [email protected].
Wir möchten uns sehr herzlich bei dem Schauspieler und Sprecher Fritz
Stavenhagen bedanken, der uns die Erlaubnis gegeben hat, Auszüge aus
seiner
Einspielung aus Heinrich Heines »Deutschland. Ein Wintermärchen« in die
Folge einzubauen. Seine Bibliothek gelesener deutscher Lyrik finden Sie
hier.
Hier können Sie eine aktuelle Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum
Testen bestellen. Sie bekommen das Heft zum Bauernkrieg, aber auch viele
andere, im Handel oder online im ZEIT Shop.
Vergünstigtes Podcast-Abo für ZEIT GESCHICHTE-Leser
zeit.de/abo-geschichte.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER.
[ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf
alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos
testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
Weitere Episoden von „ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal?“



Verpasse keine Episode von “ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal?” und abonniere ihn in der kostenlosen GetPodcast App.





