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Wieder und wieder bittet der junge Adjutant seinen Oberbefehlshaber
George Washington, ihm ein Kommando zu übertragen. Der
Unabhängigkeitskrieg der Amerikaner gegen das britische Empire geht ins
fünfte, ins sechste Jahr, aber Washington bleibt unbeeindruckt. Er hat
gute Verwendung für den jungen Mann, Alexander Hamilton ist sein Name,
diktiert ihm Briefe, lässt ihn die Korrespondenz erledigen, politische
Schreiben aufsetzen, diplomatische Noten verfassen. Aber ein Kommando
gibt er ihm nicht.
Bis sie sich Anfang 1781 zerstreiten. Da sieht Washington ein, dass
Hamilton seinen Teil zum Freiheitskampf der Vereinigten Staaten
beitragen will und muss – und schickt ihn mit einer Truppe in die
Schlacht von Yorktown gegen die Briten. Es wird der Wendepunkt des
Krieges. Die USA werden unabhängig. Hamilton ist einer der Kriegshelden.
Das ist nur eine der vielen Geschichten, die es über Alexander Hamilton
zu erzählen gibt, den vielleicht schillerndsten Charakter unter den
Gründervätern der USA. Hamilton unterscheidet sich scharf von den
Plantagenbaronen und Großstadtfürsten, von Washington, Jefferson,
Franklin, Adams, die in der ersten Reihe der Urahnen der USA stehen.
Hamilton stammt aus der Karibik, kommt als uneheliches Kind zur Welt,
ist bald Vollwaise und verdient als Jugendlicher seinen Unterhalt als
Schreiber im Hafenkontor. Nichts deutet darauf hin, dass er einmal der
erste Finanzminister der USA werden wird.
In der neuen Folge von Wie war das noch mal? erzählen wir die Geschichte
Alexander Hamiltons, der als Außenseiter im Machtzentrum der jungen USA
steht und der keinen Konflikt scheut. Wir zeichnen die tiefen
politischen Konflikte nach, die er austrägt und die sich im Kern um das
drehen, was die USA sein sollen und wollen: ein lockerer Bund souveräner
Einzelstaaten – oder eine starke Republik mit Zentralregierung?
Wir sprechen auch darüber, wie es kam, dass Hamilton vor einigen Jahren
zum Helden eines gleichnamigen Broadway-Musicals avancierte und sogar
Barack Obama sich am Ende seiner zweiten Amtszeit 2017 von einem
Hamilton-Song aus dem Weißen Haus begleiten ließ. Das Musical
präsentiert Hamilton als genialen Außenseiter, Aufsteiger und
Revolutionär – als Mann von schwindelerregendem Ehrgeiz und ebenso
großem Talent. Doch was ist da dran? Weshalb lohnt es sich gerade heute,
im Jubiläumsjahr 2026, einen genaueren Blick auf ihn zu werfen? Und
welches dunkle Geheimnis verbirgt sich hinter Hamiltons frühem und
gewaltsamem Tod?
Das aktuelle ZEIT Geschichte-Heft 250 Jahre USA. Die Geburt der
Vereinigten Staaten – und der Angriff auf das Erbe der Gründerväter
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Folgende Bücher haben wir für diese Sendung verwendet:
Ron Chernow: Alexander Hamilton, Bloomsbury, London 2020
Joseph J. Ellis: Sie schufen Amerika. Die Gründergeneration von John
Adams bis George Washington, C. H. Beck, München 2002
Den besonderen Auftritt der Hamilton-Besetzung im Weißen Haus ist in
voller Länge auf YouTubezu sehen. Außerdem gibt es dort auch Washingtons
Farewell Address, gelesen von Barack Obama.
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