Thema in Sachsen podcast

Sonderfolge mit Purple Disco Machine: Warum Sachsen mehr Popkultur braucht

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Beruflich ein Weltstar – und in Dresden gern einfach abgetaucht. Wer dem DJ Purple Disco Machine in sozialen Medien folgt, bekommt ein Bild von einem Menschen, der offenbar überall zu Hause ist, von Auftritt zu Auftritt jettet und nie zur Ruhe kommt. Im Talk bei Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung verrät der 46-Jährige, der eigentlich Tino Piontek heißt, dass dahinter Absicht steckt. Während er auf seinen Kanälen fast ausschließlich Bilder von Konzerten oder besonderen Momenten auf Reisen zeige, verbringe er ruhigere Phasen bewusst daheim. „Ich nehme meistens auch im Winter so drei Monate frei. In denen ich dann nur in Dresden bin“, sagt er und erzählt, warum die Zeit mit seiner Familie für ihn kostbar ist. Das Gespräch, das während einer Live-Veranstaltung im Haus der Presse in Dresden aufgezeichnet wurde, gibt es jetzt zum Hören hier in voller Länge in dieser Sonderfolge im Podcast „Thema in Sachsen“. Im Interview mit Feuilletonredakteur Oliver Reinhard gibt Piontek viele private Einblicke und beschreibt insbesondere, wie sich sein Leben nach dem Gewinn eines Grammys verändert habe. 2023 erhielt Piontek für seinen Remix der Single „About Damn Time“ von Rapperin Lizzo den begehrten Musikpreis. Bis dahin, so erzählt er es, hätten ihn Menschen auf der Straße kaum erkannt. „Nicht mal mein Nachbar wusste, was ich mache.“ Seine Heimatstadt Dresden habe sich, wenn man so will, immer wie ein sicherer Rückzugsort angefühlt. Und jetzt, also nach dem Grammy? Das Trennen von Privatleben und Beruf sei ein Balanceakt. Er erzählt, wie ihm das gelinge und was insbesondere seine Frau dazu sagt – begleitet von persönlichen Anekdoten und einigen Lachern. Außerdem schildert Piontek in dem Interview, wie es dazu kam, dass er mit insgesamt vier ausverkauften Shows maßgeblich die Wiedereröffnung des frisch sanierten Dresdner Zwingers mitgestaltet. Darüber entspinnt sich eine Debatte darüber, wieso die sächsische Landeshauptstadt bei popkulturellen Konzerten im Vergleich zu anderen Großstädten aktuell abgehängt zu sein scheint. Piontek berichtet von seinen Erfahrungen bei Gesprächen mit „Personen aus der Stadt“. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Diskrepanz zwischen Hochkultur und Popkultur größer sei „als in vielen anderen Städten, zum Beispiel in Leipzig.“ Hochkultur werde stärker gefördert – und Popkultur: „Ich will es nicht sagen – als Störfaktor gesehen.“ Können DJ-Konzerte im barocken Zwinger die kulturellen Welten vereinen? Piontek hofft, damit etwas „aufbrechen“ zu können, und sagt schließlich: „Am Ende ist es Kultur.“

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