Thema in Sachsen podcast

„Eine Tat, die nie verstehbar sein wird“ - Leipzig nach der Amokfahrt

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Der 4. Mai 2026 wird als trauriger Tag in die Stadtgeschichte von Leipzig eingehen. „Es ist eine Tat, die wahrscheinlich nie verstehbar sein wird“, sagt am späten Montagnachmittag Oberbürgermeister Burkard Jung (SPD) vor Reportern. Kurz zuvor war ein Autofahrer durch die Grimmaische Straße zum Markt gerast. Rund 500 Meter durch die Innenstadt. Das Auto fährt mehrere Menschen an und um. Mindestens ein Mann und eine Frau sterben, weitere Menschen werden durch die Raserfahrt verletzt. Diese Folge des Podcasts „Thema in Sachsen“ von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung fasst zusammen, was sich bereits über die Ereignisse sagen lässt. Was ist - Stand Dienstagmittag - bekannt? Was noch nicht? Wie laufen die Ermittlungen? Und: Wie geht es jetzt weiter? Im Podcast schildert Reporter Josa Mania-Schlegel, was zunächst über den mutmaßlichen Täter bekannt ist. Demnach soll es sich um einen 33 Jahre alten Deutschen handeln. Er soll als Boxtrainer gearbeitet haben. Das Gesundheitsministerium bestätigte am Dienstag, dass sich der mutmaßliche Täter bis Ende April freiwillig für kurze Zeit in einer Psychiatrie im Großraum Leipzig behandeln ließ und für den demnach keine Anzeichen dafür vorlagen, dass er für sich oder andere eine Gefahr darstellt. Reporter Josa Mania-Schlegel beschreibt, wie er die Stadt seit der Amokfahrt erlebt. Er berichtet von zahlreichen Begegnungen mit Augenzeugen, Helfern und Einsatzkräften. Er hat einige Stimmen eingefangen, unter anderem berichtet eine Augenzeugin, eine junge Altenpflegerin, wie sie „einen lauten Knall“ wahrgenommen und dann das Auto des mutmaßlichen Täters mit „mindestens 50 km/h“ durch die Grimmaische Straße habe rasen sehen. „Diese Bilder“, setzte sie an - und kann den Satz nicht beenden. Sie habe versucht den Rat einer Freundin zu befolgen. „Sie sagte: ‚Schau nicht nach unten zu den Verletzten.‘" Ebenfalls zu hören: Sachsens Innenminister Armin Schuster. Der CDU-Politiker dankt Helfern und Einsatzkräften. Explizit wendet er sich allerdings an die „besonnenen Passanten, die nicht nur gut reagiert haben, sondern auch sofort Hilfe geleistet haben.“ Schuster sagt: „Das war eine bemerkenswerte Teilnahme.“ Und tatsächlich, so beschreibt es auch der Reporter Josa Mania-Schlegel, hätten gerade die Menschen in Leipzig dafür gesorgt, dass neben allem Schmerz, den die Tat verursacht hat, auch so etwas wie Hoffnung aufkam. Es gab eine große Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft. Außerdem hatten Passanten großen Anteil daran, dass der Tatverdächtige gestellt werden konnte. „Das Gegaffe, wie man es heutzutage oft kennt, hat sich in Grenzen gehalten. Jeder hatte begriffen, dass etwas Schreckliches passiert ist“, so Mania-Schlegel. „Da bin ich auch ein bisschen stolz auf meine Stadt.“ Schließlich berichtet noch der leitende Arzt der Notaufnahme im Klinikum St. Georg, Robert Stöhr, wie sich binnen kurzer Zeit die Lage für ihn und sein Team im Krankenhaus verändert hat. Stöhr erklärt, es habe einen sogenannten „MANV“-Alarm gegeben. MANV steht für Massenanfall von Verletzten.

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