
DDCAST 259 - Anne Meekers, Eike König, Marie Träger "The Art of Staying Alive"
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ANNE MEEKERS ist Soziologin und Experience-Design-Strategin. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie an der Schnittstelle von Design, Innovation und gesellschaftlicher Veränderung, unter anderem bei Accenture, Fjord und Publicis Sapient. Design versteht sie dabei weniger als ästhetische Disziplin, sondern als strategisches Instrument: um Systeme, Beziehungen und Erfahrungen zu gestalten – und die Welt darin ein wenig menschlicher zu machen. 2023 wurde ihre Tochter Coco still geboren. Anne fand sich plötzlich in einer der menschlichsten Erfahrungen überhaupt wieder – Tod und Trauer – und zugleich in einer Welt, die im Umgang damit erstaunlich wenig Raum für das Menschliche ließ. Sie richtete ihre Arbeit daraufhin radikal neu aus, wurde Trauerbegleiterin, Death Doula und systemische Coachin und begann, als Ritual- und Abschiedsgestalterin zu arbeiten. Was sie aus zwei Jahrzehnten Designpraxis mitbrachte, bekam dabei einen neuen Kontext.
Heute arbeitet Anne an der Schnittstelle von Design, Trauer, Kunst und kollektiver Praxis. Mit dem Casa Coco Grief Collective entwickelt sie Rituale, Workshops und Installationen und untersucht, wie wir die kulturellen und sozialen Räume rund um Tod, Trauer und Erinnerung anders gestalten können. Die Frage dahinter ist im Grunde dieselbe geblieben: Wie gestalten wir eine menschlichere Welt?
EIKE KÖNIG ist Grafikdesigner, Künstler und Gründer des international renommierten Designstudios HORT. Seit der Gründung 1994 arbeitet HORT für kulturelle Institutionen und internationale Unternehmen, darunter die Stiftung Bauhaus Dessau, Nike, IBM und Microsoft. Seit 2011 ist Eike Professor für Grafikdesign und Illustration an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Parallel zu seiner Arbeit als Designer entwickelte er eine eigenständige künstlerische Praxis, in deren Zentrum die Sprache steht. In typografischen Arbeiten, Malerei und Installationen beschäftigt er sich mit der Instabilität von Bedeutung: damit, wie Sprache durch Kontext, Zuschreibung und Wahrnehmung ihre Bedeutung verändert und wie sich zwischen dem, was gesagt, gelesen und verstanden wird, immer wieder neue Bedeutungsräume öffnen. Dabei interessiert ihn Sprache weniger als Mittel zur eindeutigen Kommunikation denn als Material – als etwas, das sich verschieben, aufladen und neu lesen lässt.
MARIE TRÄGER ist Designerin, Szenografin und Dozentin. Mit ihrem Studio (Link: prinztraeger.de) realisierte Marie räumliche Designprojekte in ganz Deutschland und gestaltete Ausstellungen zu gesellschaftlich relevanten Themen. Seit 2020 lehrt sie an der Fachhochschule Dortmund im Fachbereich Design – im internationalen Master Scenography and Communication sowie im Bachelor Objekt- und Raumdesign. Als Speakerin, Design Consultant und zertifizierter Design Thinking Coach vermittelt sie ihre Methodik und begleitet Transformationsprozesse in Wirtschaft und Lehre, unter anderem mit Vorträgen an der Hochschule Niederrhein, der Hochschule Rhein-Waal und der Ruhr-Universität Bochum sowie auf Female-Founders-Formaten. Als Teil der Women* of DDC treibt sie Projekte für mehr Geschlechtergerechtigkeit im Design voran. In Praxis, Lehre und Ehrenamt fragt sie nach der Rolle des Designs für eine bessere Zukunft. Mit Mitte dreißig hat Marie ihren Mann Arne beerdigt – seither beschäftigt sie sich mit der Verbindung von Design und Trauer und gibt diesem Thema in Lehre und Diskurs Raum.
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