
Tech-News #170: GPT-6 Astra, AGI, Computer Use, Rabatte auf KI-Tokens, KI als berufliche Grundkompetenz und KI-Tokens als Konsumprodukt
In Folge 170 von Schlaflos dank Seattle sprechen wir über OpenAIs neues GPT-6 Astra und die Frage, ob damit tatsächlich die „AGI-Ära“ begonnen hat – oder ob AGI weiterhin vor allem ein geschickt eingesetztes Marketing-Label bleibt. Dabei geht es vor allem um die Entwicklung vom Chatbot zum digitalen Kollegen, der Aufgaben selbstständig über mehrere Systeme hinweg erledigen kann.
Außerdem schauen wir auf Astra-Demos mit Blender und diskutieren, warum Computer Use zu einer neuen großen KI-Welle werden könnte. Wenn KI künftig komplexe Software wie SAP, Premiere oder Blender bedienen kann, ohne dass Anwender selbst Experten sein müssen, verändert das nicht nur den Zugang zu Software, sondern möglicherweise auch ganze Märkte rund um RPA, APIs und klassische Bedienoberflächen.
Ein weiteres Thema ist Meta: Das Unternehmen gewährt massive Rabatte auf die Nutzung seines neuen KI-Modells, wenn Nutzer im Gegenzug erlauben, ihre Prompts und Ergebnisse für das Training zukünftiger Modelle zu verwenden. Wir sprechen darüber, welchen Wert reale Nutzungsdaten offenbar inzwischen haben – und warum daraus gerade für Unternehmen neue Datenschutz- und Compliance-Risiken entstehen.
Danach geht es nach New York, wo Schüler bis einschließlich zur 8. Klasse im Unterricht zunächst ein Jahr lang keine generative KI wie ChatGPT einsetzen dürfen. Wir diskutieren, ob Kinder erst grundlegende Fähigkeiten wie Schreiben, Denken und Rechnen selbst beherrschen sollten – oder ob Schulen KI vielmehr kontrolliert und aktiv in den Lernprozess integrieren müssten.
Passend dazu verlangt die UBS künftig von Bewerbern für Junior-Positionen ausdrücklich KI-Kompetenz. Für uns stellt sich die Frage, was „KI können“ eigentlich bedeutet: Reicht es, ChatGPT bedienen zu können, oder braucht es ein echtes Verständnis von Halluzinationen, Datenschutz, Modellen und den Risiken, die mit deren Einsatz verbunden sind?
Außerdem werfen wir einen Blick nach China, wo KI-Tokens zunehmend wie Mobilfunk-Datenvolumen, Kreditkartenpunkte oder Flugmeilen vermarktet werden. Banken, Mobilfunkanbieter und andere Unternehmen verschenken oder bündeln KI-Nutzungskontingente – ein Hinweis darauf, dass Compute und Token vielleicht gerade vom technischen Backend zum ganz normalen Konsumprodukt werden.
Zum Abschluss greifen wir unseren Robotaxi-Wettlauf aus der letzten Folge wieder auf: Uber und das Londoner Startup Wayve haben Waymo geschlagen und als Erste öffentlich zugängliche Robotaxis in London gestartet. Gleichzeitig verbündet sich Uber in den USA ausgerechnet mit Fahrern und Gewerkschaften gegen reine Robotaxi-Plattformen. Dahinter steckt eine klare strategische Frage: Wird Uber selbst langfristig überflüssig – oder schafft es das Unternehmen, zur zentralen Plattform für menschliche und autonome Fahrten zugleich zu werden?
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