Schlaflos dank Seattle - Der Liquam Podcast podcast

Tech-News #169: AI-Slop bei LinkedIn, Netflix Content-Hub, Black Cab vs. Robocab, Ox Alpha, KI spricht DNA, globale Speicherknappheit und Charts ohne KI

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In Folge 169 von Schlaflos dank Seattle sprechen wir zum Auftakt noch einmal über LinkedIns neuen „AI-Slop“-Button: Bereits mehr als eine Million Nutzer haben Inhalte als vermeintlichen KI-Slop gemeldet, entsprechende Beiträge verlieren laut LinkedIn deutlich an Reichweite. Wir diskutieren, wie sinnvoll diese menschliche Bewertung überhaupt ist – und ob LinkedIn damit am Ende vor allem wertvolle Trainingsdaten darüber sammelt, wann Inhalte für Menschen „nach KI klingen“.
Passend dazu schauen wir nach Australien: Dort schließt die ARIA weitgehend oder vollständig KI-generierte Musik künftig aus den offiziellen Charts aus. Anlass war unter anderem ein KI-generiertes „Like a Prayer“-Cover, das im Juli zum meistgespielten Radiosong Australiens wurde. Wir fragen uns, ob ein kompletter Ausschluss sinnvoll ist – oder ob Transparenz und Kennzeichnung, wie sie andere Plattformen verfolgen, der bessere Weg wären.
Danach geht es um Netflix und die mögliche Transformation vom Streamingdienst zum Content-Hub. Netflix prüft offenbar, Angebote anderer Anbieter direkt in die eigene App zu integrieren. Ein Modell, das Amazon und Apple längst verfolgen – mit der Chance auf zusätzliche Erlöse und stärkere Kundenbindung, aber auch mit der Gefahr, dass kleinere Anbieter den direkten Kontakt zu ihren Nutzern verlieren.
In London nimmt derweil das Rennen um Robotaxis Fahrt auf. Waymo und das britische Start-up Wayve bereiten autonome Fahrdienste vor, während Londons Taxifahrer zunehmend offensiv dagegen protestieren. Wir diskutieren, warum autonome Taxis kaum noch aufzuhalten sein dürften, welche Rolle Regulierung spielt und ob klassische Taxis und Robotaxis langfristig nicht einfach nebeneinander existieren werden.
Amazon erhöht die Preise zahlreicher Echo-, Fire-TV- und Kindle-Geräte teilweise drastisch und verweist auf die globale Speicherknappheit. Auch Apple muss seine Ressourcen neu verteilen und streicht beziehungsweise verschiebt Stellen aus Vision-Pro- und Siri-Teams in neue KI-Projekte.
Zum Schluss schauen wir auf zwei besonders spannende KI-Entwicklungen: Mit Ox Alpha ist anonym ein extrem leistungsfähiges Modell mit einem Kontextfenster von einer Million Tokens aufgetaucht und bislang ist völlig unklar, welches Unternehmen oder Labor dahintersteckt.
Und Forscher haben generative KI genutzt, um völlig neue DNA-Sequenzen für Viren zu entwerfen. Aus rund 300 KI-Entwürfen entstanden im Labor 16 funktionsfähige Bakteriophagen. Spannend ist für uns dabei weniger die dystopische Schlagzeile, sondern ein grundlegender Gedanke: KI muss Natur möglicherweise gar nicht mehr in menschliche Sprache übersetzen, sondern kann direkt in „Sprachen“ wie DNA, Proteinen oder Molekülen denken und arbeiten. Das könnte für Wissenschaft und Forschung weitreichende Folgen haben.

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