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Vielleicht war er nie weg, vielleicht feiern wir seine Rückkehr, fest
steht jedenfalls: "Frankenstein" ist gerade überall. In den Buchläden
stapeln sich die fürs TikTok-Publikum aufwendig gestalteten
Schmuckausgaben von Mary Shelleys Literaturklassiker, auf Netflix ist
Guillermo del Toros Verfilmung zu sehen, und die Wirklichkeit ist ja
auch voller Frankensteine und Monster.
Ein besessener, arroganter Forscher erschafft einen künstlichen Menschen
aus Leichenteilen – so geht die Geschichte von 1818. Da denkt der
kritische Bürger heute sofort an ChatGPT, an künstliche Intelligenz und
an Silicon-Valley-Milliardäre, die den Tod abschaffen wollen. Dass sich
die Kreatur, die Frankenstein da schöpft, dann als böse oder wenigstens
rachsüchtig erweist, dass sie ihren Schöpfer verfolgt bis zum bitteren
Ende – auf eine ähnlich düstere Prognose können auch wir uns heute
schnell einigen, wo immer es um technische Neuerungen geht. Vielleicht
zu schnell?
In der aktuellen Folge von "Die sogenannte Gegenwart" sprechen Ijoma
Mangold und Lars Weisbrod über den Mythos Frankenstein. Wie wurde bei
Mary Shelley die Science-Fiction aus dem Geist der englischen Romantik
geboren? Was bedeutet es für unsere aktuellen Debatten über Degrowth und
Technologie, dass Shelley ihren Frankenstein den "modernen Prometheus"
nannte? Und warum gibt es so viele Kunstwerke, die uns vor technischem
Fortschritt warnen – und so wenige, die ihn feiern?
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