Erklär mir die Welt podkast

#384 Erklär mir Geschlechtskrankheiten, Mirjiam Hall

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Wie geht man als mündiger, lebenslustiger Mensch mit Geschlechtskrankheiten um? Wie sollte man sich verhalten, was sollte man wissen, wie oft sich testen lassen? Das habe ich Mirjiam Hall gefragt. Sie ist Gynäkologin und Vorsitzende der Aids Hilfe Wien. Wie man Risiken reduziert, ohne sich verrückt zu machen.

🙆 Mirijam Hall ist Gynäkologin und arbeitet als Assistenzärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in der Klinik Ottakring in Wien. Seit Oktober 2023 ist sie zudem Vorsitzende der Aids Hilfe Wien und engagiert sich für reproduktive Rechte und sexuelle Gesundheit. Mirjiam ist Bezirksrätin in Wien-Neubau für die SPÖ.

Diese Bücher empfiehlt Mirjiam:

  1. Gendergesundheitsbericht 2024: Fokus sexuelle und reproduktive Gesundheit, https://goeg.at/Gendergesundheitsbericht_2024
  2. Die Spitze des Eisbergs, Religiös-extremistische Geldgeber gegen Menschenrechte auf Sexualität und reproduktive Gesundheit in Europa 2009 - 2018, https://www.epfweb.org/sites/default/files/2022-02/EPF_EN_TOTI_9SEP%20DEF_%20DEU_FINAL.pdf
  3. Juckt’s?: Sexuell übertragbare Krankheiten und warum wir dringend offener über sie sprechen sollten von Ellen Støkken Dahl

Mirjiams Shoutout für Medien:

  1. Radio Positiv auf Radio Orange, eine Sendereihe der Aidshilfe Wien, https://o94.at/de/programm/sendereihen/radio_positiv
  2. Ö1: Punkt eins, https://oe1.orf.at/punkteins
  3. DerStandard, https://www.derstandard.at/
  4. Der Insta-Kanal Babiesafter35, https://www.instagram.com/babiesafter35/

Was nehme ich mir mit?

  1. Die Big 5 Geschlechtskrankheiten, die jeder kennen sollte: HIV, Hepatitis, Chlamydien, Tripper und Syphillis. 
    HIV und Hepatitis sind durch Viren übertragene Krankheiten, Tripper, Chlamydien und Syphilis werden von Bakterien verursacht. Letztere behandelt man darum mit Antibiotika. Hepatitis B lässt sich durch Impfungen verhindern, HIV noch nicht, da wird daran gearbeitet, aber man kann es heute sehr gut mit Medikamenten behandeln. 
  2. Der erwachsene Umgang mit STDs. 
    Es braucht Bildung, dafür sind Schulen, aber auch wir selbst verantwortlich. Dann müssen wir Stigmata abbauen und offen darüber reden: Lässt du dich testen? Oder: Hey, du solltest wissen, ich habe X oder Y. Wer Kondome verwendet, reduziert das Risiko massiv, aber bringt es nicht auf null.
  3. Es geht immer nur um Risikoreduktion. 
    Wie auch sonst im Leben braucht es auch im Umgang mit STDs eine Risikokalkulation. Wenn ich in ein Auto steige, ist klar, dass ein Unfall passieren kann. Die meisten Leute fahren trotzdem, weil die Vorteile überwiegen. Genauso ist es beim Sex: Es kann immer etwas passieren, aber man kann das Risiko stark reduzieren. Das Kondom ist quasi der Airbag, regelmäßige Tests und Gespräche sind der Gurt. Ob man dann manchmal auf der Autobahn schneller fährt muss jeder selbst entscheiden, die Analogie wäre hier: Verzichte ich bei einer getesteten Person beim Oralverkehr bspw. auf das Kondom?

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