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Heute ist Karsamstag. Ein Tag, der ein Dazwischen markiert. Ein Tag, der noch die Stille vom Karfreitag trägt. Trotzdem ein normaler Werktag. Ein Tag, der schon den morgigen Tag erahnen lässt. Wir wissen ja, was morgen ist. Die Menschen rund um Jesus wussten es nicht. Vielleicht ahnten sie es. Vermutlich glaubten sie es. Aber was mir noch im Ohr klingelt, sind die Karfreitagsdiskussionen. Stichwort: Tanzverbot. Ich kann mich darüber nicht mehr empören. Sollte ich aber doch als gute Christin oder? Empört es dich? Wenn Menschen trauern, dann tun sie dies doch auch auf ganz unterschiedliche Weisen. Mancher ist voller Tränen. Andere voller Wut. Manch einer lenkt sich stark ab. Und das ist für mich total okay. Nein, es ist sogar wichtig. Meinen Lernenden sag ich immer, dass sie Kinder nicht um ihre Trauer bringen sollen. Kindern klar sagen, was passiert ist ohne Beschönigungen, Wege der Trauer ausprobieren lassen. Dann lasst sie doch tanzen. Würde ich am liebsten dann laut rufen, wenn diese Diskussion in der Öffentlichkeit wieder aufflammt – jedes Jahr. Wenn sie wüssten, warum es diesen Tag gibt. Hätten sie alle dann noch Lust zu tanzen? Für mich braucht es den Karfreitag. Denn ohne Sterben, Leiden und Tod keine Auferstehung. Es braucht aber auch den Karsamstag. Denn die Trauer hat auch ihren Platz in unserem Leben. Der Tod und somit auch die Trauer lässt sich nicht ausklammern, selbst im Leben Jesu, also selbst bei Gott nicht. - Gott sei Dank. Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.
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