Elektroauto-News Podcast: Einordnung zur Elektromobilität podcast

Was Renaults Ansatz für bezahlbares E-Auto-Fahren ist

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In dieser Folge des Elektroauto-News-Podcast spreche ich mit Florian Kraft, CEO von Renault Deutschland, über die zentralen Stellschrauben für den Erfolg von Elektroautos in einem der anspruchsvollsten Automärkte Europas. Im Fokus steht weniger das einzelne Auto als vielmehr das Gesamtsystem aus Preis, Laden, Nutzung und Erwartungsmanagement. Ein zentrales Thema ist der neue elektrische Renault Twingo. Kraft erläutert, warum Renault bei dem Modell bewusst an der ursprünglichen DNA festhält: Erschwinglichkeit, Einfachheit und Nähe zum Kunden sollen erhalten bleiben, kombiniert mit einer konsequent elektrischen Auslegung. Retro-Design ja, aber ohne technische Kompromisse. Trotz kleinerer Batterie im Vergleich zu Renault 4 und Renault 5 soll der Twingo alles bieten, was Kundinnen und Kunden im A-Segment erwarten – inklusive Konnektivität, variabler Rückbank und Alltagstauglichkeit. Der angepeilte Einstiegspreis von unter 20.000 Euro ist Teil einer klaren Kostenstrategie auf Basis der AmpR-Small-Plattform. Darüber hinaus ordnet Kraft die strategische Ausrichtung von Renault ein. Der Konzern treibt die Elektrifizierung voran, hält aber bewusst an einem breiten Antriebsportfolio fest – von Elektroautos über Hybride bis hin zu Verbrennern. Für Renault ist das kein Widerspruch, sondern Ausdruck von Marktverständnis und Risikobalance. Mut zeigt sich aus seiner Sicht nicht nur bei neuen Elektroplattformen, sondern auch darin, klassische Modelle wie den neuen Clio weiterhin anzubieten. Einen breiten Raum nimmt das Thema Laden ein. Kraft macht deutlich, dass aus seiner Erfahrung nicht die Verfügbarkeit von Ladesäulen das größte Problem ist, sondern die Kosten und die mangelnde Transparenz bei den Ladepreisen. Schnellladepreise von bis zu 1,20 Euro pro Kilowattstunde seien für private Vielfahrer kaum kalkulierbar. Elektromobilität scheitere daher oft nicht am Auto, sondern an der fehlenden Planungssicherheit im Alltag. Als Antwort darauf stellt Renault unter anderem den Mobilize Charge Pass vor, mit dem Kundinnen und Kunden an Ionity-Stationen für 0,39 Euro pro Kilowattstunde laden können. Entscheidend sei weniger der niedrigste Preis als ein verlässlicher Rahmen. Gerade für urbane Elektroautos wie den Twingo denkt Renault zudem über stärker auf AC-Laden zugeschnittene Lösungen nach. Auch die neue Elektroauto-Prämie wird eingeordnet. Kraft sieht sie als unterstützendes Instrument, nicht als entscheidenden Hebel. Der Markt habe sich weiterentwickelt, viele Menschen setzten sich heute aktiv mit Elektromobilität auseinander. Gleichzeitig spricht er offen über die Lernkurve beim Umstieg auf Elektroautos. Eine Anpassungsphase von zwei bis acht Wochen sei realistisch – Ehrlichkeit im Verkauf und Begleitung statt Belehrung seien daher entscheidend. Abgerundet wird das Gespräch durch einen Blick auf die Rolle des Handels im Wandel. Händler bleiben das emotionale Bindeglied zum Kunden, stehen aber vor steigenden Erwartungen, etwa bei Fragen zu Wallboxen, Ladeinfrastruktur und digitalen Diensten. Elektromobilität wird damit zunehmend zu einem Gesamtsystem, das erklärt und begleitet werden muss. Eine Folge für alle, die verstehen wollen, warum Elektromobilität weniger an Technik als an Rahmenbedingungen entscheidet – und welche Rolle Hersteller wie Renault dabei spielen.

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