Zen podcast

Z00267 Wie frei kann ein Mensch werden, obwohl er in Bedingungen und Zusammenhänge eingebunden bleibt? (Pfingst-Sesshin 23.05.2026)

19.9.2026
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Das berühmte Koan »Hyakujōs Fuchs« aus dem Mumonkan führt mitten hinein in diese zentrale Frage. Ausgangspunkt ist die Geschichte eines alten Mönchs, der auf die Frage, ob ein erleuchteter Mensch dem Gesetz von Ursache und Wirkung unterliege, antwortet: »Nein, er fällt nicht darunter.« Für diese Antwort muss er 500 Leben als Fuchs erdulden, bis er schließlich durch Hyakujōs Antwort »Er missachtet die Kausalität nicht« befreit wird. Einerseits können wir durch die Zen-Praxis unser Denken verändern, alte Muster durchschauen und dadurch Handlungsspielräume gewinnen, die vorher verborgen waren. Wer etwa Feindbilder überwindet und Mitgefühl entwickelt, verändert die Qualität seiner Beziehungen und damit die Wirklichkeit. In diesem Sinne fällt der Erwachte nicht vollständig unter das Joch der Kausalität, da er nicht mehr blind von seinen Gedanken und Reaktionen bestimmt wird. Zugleich war die ursprüngliche Antwort des alten Mönchs unvollständig und verhängnisvoll. Denn auch ein erleuchteter Mensch bleibt Teil der Bedingungen des Lebens. Krankheit, Vergänglichkeit, Gewalt und Tod können nicht einfach aufgehoben werden. Spirituelle Freiheit bedeutet also weder Allmacht noch Unverletzlichkeit, sondern ein bewusstes, mitfühlendes und geistesgegenwärtiges Leben innerhalb dieser Bedingungen. Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende: Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website https://choka-sangha.de/spenden/ Herzlichen Dank

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