
Folge 49: „Wir brauchen einheitliche Abfallende-Regelungen für Altpapier“ – Romy Kölmel und Martin Drews im Gespräch
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In der ersten Hälfte der aktuellen Folge dreht sich alles um neue rechtliche Rahmenbedingungen im Abfallbereich. Julia und Tom sprechen über Gesetzgebungsentwürfe, Rechtsgutachten und Forderungen nach weniger strengen Vorgaben. Konkret geht es um das vom Bundeskabinett beschlossene Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz. Welche Änderungen gab es im Vergleich zum vorherigen Entwurf? Und warum kommt Kritik von Entsorgern und Kommunen?
Danach steht die erweiterte Herstellerverantwortung im Textilbereich im Fokus. Wer soll künftig sammeln? Wer zahlt? Und wie realistisch sind die diskutierten Sammelziele? Die beiden TrashTalker beleuchten unterschiedliche Gutachten, diskutieren die Idee einer gemeinsamen Herstellerstelle und schauen auf offene Punkte im angekündigten Eckpunktepapier des Bundesumweltministeriums. Außerdem geht es um die Forderung, die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm zu verschieben – und um die klare Ablehnung dieses Vorstoßes durch das Umweltministerium. Und ein bisschen Glanz gibt es ebenfalls: In Italien wurden 20 versehentlich entsorgte Goldbarren wiedergefunden – nicht in der Kloake, aber immerhin auf der Deponie.
Im zweiten Teil rückt der TrashTalk gemeinsam mit Romy Kölmel vom bvse und Martin Drews vom Verband Die Papierindustrie den Stoffstrom Altpapier in den Mittelpunkt – ein Material, das wie kaum ein anderes für funktionierende Kreislaufwirtschaft steht. Mit einer Einsatzquote von über 80 Prozent ist Altpapier einer der wichtigsten Rohstoffe der deutschen Papierindustrie. Gleichzeitig lässt es sich über viele Zyklen hinweg recyceln.
Doch der Markt verändert sich. Der Strukturwandel, sinkende Mengen grafischer Papiere, neue Materialmischungen und innovative Verbundverpackungen stellen Fabriken und Entsorger vor neue Herausforderungen. Im Gespräch erklären die beiden Experten, welche Qualitätsanforderungen wichtig sind und warum getrennte Erfassungssysteme ein entscheidender Erfolgsfaktor sind. Auch die unterschiedlichen Regelungen in Europa – etwa beim Thema Abfallende – kommen zur Sprache. Sie zeigen, warum ein „Schengen-Raum für Altpapier“ mehr wäre als nur ein schönes Bild.
Die Folge macht deutlich: Der Papierkreislauf funktioniert. Aber er braucht klare Qualitätsstandards, praktikable Regulierung und eine europaweit konsistente Systematik im Umgang mit dem Rohstoff.
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