
Tech-News #158: Updates zu AI-Shopping, Plattformpolitik, Smart-Glasses-Kontroversen und eine enttäuschende Apple Experience
In Folge 158 von „Schlaflos dank Seattle“ sprechen wir über mehrere Updates zu früheren Themen. Zuerst geht es um die neuen Werbeanzeigen in ChatGPT: OpenAI testet seit Februar Werbung direkt in Antworten, und laut Sensor Tower schalten bereits über 100 Marken Anzeigen, vor allem aus Retail, Lebensmittel, Reisen und Entertainment. Wir diskutieren, dass viele Werbetreibende aktuell einfach klassische Google-Ads-Muster kopieren und die Umsetzung von OpenAI noch recht unbeholfen wirkt.
Danach sprechen wir über den Rückzug von OpenAI beim Instant Checkout. Die Idee, Produkte direkt in ChatGPT kaufen zu können, wurde offenbar wieder zurückgefahren. Wir ordnen das als Zeichen dafür ein, dass Produktsuche im Chat zwar funktioniert, der eigentliche Kaufabschluss aber noch an Vertrauen, technischer Integration und Echtzeitdaten scheitert. In dem Zusammenhang schauen wir auch auf Meta, das mit einer eigenen AI-Shopping-Recherche experimentiert, sowie auf Klarna und Stripe, die Payment-Infrastruktur für zukünftige AI-Agenten aufbauen wollen.
Ein weiterer Block dreht sich um Meta und Plattformmacht. Wir besprechen, dass Meta auf Druck der EU konkurrierende AI-Chatbots vorübergehend Zugang zu WhatsApp gewähren muss, allerdings gegen vergleichsweise hohe Gebühren. Daraus entsteht die größere Frage, wie wichtig Plattformen wie WhatsApp künftig als Distributionskanal für AI-Assistenten werden.
Danach geht es um die Ray-Ban Smart Glasses von Meta und die damit verbundenen Datenschutzprobleme. Berichte zeigen, dass Aufnahmen aus den Brillen teilweise von Daten-Labelern in Kenia geprüft werden, darunter auch sehr intime Szenen. Wir ordnen ein, dass diese Diskussion nicht nur Meta betrifft, sondern möglicherweise die gesamte kommende Kategorie von AI-Wearables regulatorisch unter Druck setzen könnte.
Außerdem greifen wir noch einmal das Startup Cluely auf — die „Cheat on everything“-App für Meetings, Interviews und Dates. Dort hat der CEO offenbar falsche Umsatzangaben gemacht und wurde damit selbst beim „Cheaten“ erwischt. Wir nutzen den Fall als Beispiel für einige der fragwürdigen Dynamiken im aktuellen AI-Startup-Markt.
Zum Schluss sprechen wir über die Apple Experience der vergangenen Woche. Unser Fazit: eher enttäuschend. Apple hat zwar neue Produkte vorgestellt, darunter ein sehr günstiges MacBook und ein iPhone 17e, aber keine großen Innovationen geliefert. Spannend finden wir vor allem, dass Apple trotz steigender Speicherpreise offenbar aggressiv über den Preis geht – vermutlich, um Marktanteile zu gewinnen, möglicherweise auch durch eine Quersubventionierung aus dem Premiumsegment.
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