Geschichte in Kinderschuhen. Aufwachsen im Donauraum podcast

#2 Kindheit in der Dobrudscha – Aufwachsen in einer vielfältigen Nachbarschaft

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In der zweiten Folge unseres Podcasts greifen wir die Anregung von Monika Niermann auf und beschäftigen uns mit Kindheiten in der Dobrudscha. Doch warum richtet sich unser Blick ausgerechnet auf diese Region?

Die Dobrudscha, gelegen zwischen Donau und Schwarzem Meer und heute Teil Rumäniens und Bulgariens, war über Jahrhunderte hinweg ein vielschichtiger Grenz- und Verflechtungsraum. Migrationen und politische Umbrüche formten die Region ebenso wie das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher ethnischer, sprachlicher und religiöser Zugehörigkeiten.

Diese lange gewachsene Vielfalt prägte auch den Alltag der Kinder und Jugendlichen: Beispielsweise entstanden in Schulen oder Nachbarschaften Freundschaften über sprachliche Grenzen hinweg. Kindheiten eröffnen damit einen besonderen Zugang zu der Frage, wie sich das Zusammenleben in einem multiethnischen Raum gestaltete und wie daran erinnert wird.

Als Gesprächspartner haben wir dafür Tobias Weger eingeladen, der – unter anderem – über eine besondere Expertise zur Dobrudscha verfügt. Als Kulturwissenschaftler und Historiker beschäftigt er sich mit diesem facettenreichen Kultur- und Erinnerungsraum und gibt spannende Einblicke in dessen Vergangenheit und Gegenwart.

Sprecher*innen: Jana Stöxen, M.A. (IKDE), Dr. Tobias Weger (IKGS)

Verwendete Tonbänder:

- Tonarchiv IKDE, Band 229 (jki0229-1_0002), aufgenommen in Gerlingen bei Stuttgart, Februar 1957, O. K. aus Cobadin/Kobadin, Dobrudscha, Rumänien

- Tonarchiv IKDE, Band 580-11 (jki0580-1_0011), aufgenommen in Straßkirchen durch P. R. aus Karamurat, Dobrudscha, Rumänien, März 1964, Schwiegersohn P. S. singt Lied: Am Ufer des Schwarzen Meeres, ja…

- Nachlass Niermann, 13-2, aufgenommen August 1993, A. K. geb. G. (*1918) aus Cogealac (Kogealac, Kotschalak, Kodschalak, Koschelak, Cogealac), Dobrudscha, Rumänien

- Nachlass Niermann,05-2, E. H., geb. S. (*1915) aus Maraslienfeld, Bessarabien, später Adschemler (Atschemler, Agemler, Ciobăniţa), Dobrudscha, Rumänien

- Nachlass Niermann, 02-1, Mutter S. H., geb. H. und Tochter C. B., geb. H., aus Atmagea, Dobrudscha, Rumänien

- Nachlass Niermann, 02-1, O.R., geb. K. (*1915) aus Cogealac, Dobrudscha, Rumänien

- Tonarchiv IKDE, Band 481-001 (jki0481-1_0001), aufgenommen in Stuttgart-Rohr-Dürrlewang, Dezember 1961, B. K. (1920) aus Beresina (Beresyne), Bessarabien, Ukraine, mit 5 Jahren verzogen nach Kobadin (Cobadin), Dobrudscha, Rumänien, und S. M. (1900) aus Cataloi (Katalui/Kataloi), Dobrudscha, Rumänien

Tonarchiv IKDE, Band 582-1-17 (jki0582-1_0017), aufgenommen in Straßkirchen durch P. R. aus Karamurat, Dobrudscha, Rumänien, März 1964, Schwiegersohn P. S.

Literatur:

Clauß, Susanne (2015). Der Nachlass Klett/Niermann im IVDE Freiburg als Quellenbasis volkskundlicher Forschungen. In: Retterath, Hans-Werner (Hg.): Zugänge. Volkskundliche Archiv-Forschung zu den Deutschen im und aus dem östlichen Europa. Münster, S. 219-235.

Niermann, M. Monika (1996). Deutsche Kindheit in der Dobrudscha. Marburg.

Sallanz, Josef (2020). Dobrudscha. Deutsche Siedler zwischen Donau und Schwarzem Meer. Potsdam.

Weger, Tobias (2023). Ein nicht eingelöstes Versprechen. Die Umsiedlung der Deutschen aus der Dobrudscha 1940 und ihre Folgen. In: Cornelia Eisler, Katharina Schuchardt (Hgg.): Versprechen als kulturelle Konfigurationen in politischen Kontexten. Interdisziplinäre Zugänge und Perspektiven. Dresden, S. 147–166. (pdf)

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