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Die Suchfunktion könnte einfacher kaum sein: Man tippt bloß schnell
einen Namen ein, und schon ploppt der Treffer auf – oder eben auch
nicht. Das Onlinetool der ZEIT, mit dem man in Sekundenschnelle die
NSDAP-Mitgliederkartei nach eigenen Familienangehörigen durchsuchen
kann, wurde und wird nach wie vor extrem viel genutzt. Nie schien es so
einfach, deutsche Familiengeschichte während der Nazizeit direkt zu
recherchieren. Und nie war das Interesse daran größer.
Doch woher kommt eigentlich diese plötzliche Dringlichkeit, noch einmal
genauer in die Vergangenheit zu schauen, über die wir doch eigentlich,
sozialisiert durch Schulunterricht und stets präsente nationale
Erinnerungskultur in Deutschland, schon sehr viel wissen könnten? Liegt
es daran, dass die Zeitzeugen nun nicht mehr am Leben sind und man ihr
Handeln in der Vergangenheit vermeintlich unabhängiger recherchieren
kann? Und welche Rolle spielt der Wunsch, sich historisch von den
Menschen, die Hitler wählten, abzugrenzen, dadurch, dass man sie
»historisch dingfest« macht, ein Reflex, vor dem der Zeithistoriker Götz
Aly Nachgeborene warnt?
»Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945«, so heißt sein
Buch, über das Nina Pauer und Ijoma Mangold in der neuen Folge des
Feuilletonpodcasts »Die sogenannte Gegenwart« sprechen und dabei
feststellen: Zur eigenen Geschichte ist in der Tat immer noch nicht und
womöglich nie abschließend alles gesagt.
Shownotes:
- Götz Aly: »Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945«,
Fischer 2025
- Götz Aly zu Gast im Podcast »Jung und Naiv«
- ZEIT-Dokupodcast » Deutsche Geister«
- Ijoma Mangold: »Das deutsche Krokodil. Meine Geschichte«, Rowohlt
2017
Das Hauptthema beginnt in dieser Folge ungefähr bei Minute 20.
Ab dem 15.1.2025 sind Teile des Archivs von "Die sogenannte Gegenwart?"
nur noch exklusiv mit einem Digitalabo der ZEIT zu hören – auf
www.zeit.de/die-sogenannte-gegenwart, auf Apple Podcasts und auf
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