Der ewige Faschist - eine Spurensuche podcast

Hetze, Haft und Terror (3/4)

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Im Dorf Mohrkirch, wo Thies Christophersen gelebt hat, will niemand mit Claas sprechen. Doch Peter Dietrich Jürgensen vom Heimatverein der Region Angeln gibt Auskunft: Thies Christophersen sei einmal mit einem langen Gestapo- ähnlichen Ledermantel in der Kneipe aufgetaucht. Er war immer so eine Gestalt, von der man sich fernhalten sollte. Wirkliche Empörung aber über die Ideologie des rechtsradikalen Mitbürgers gab es eigentlich nie. Und wie Jes Christophersen, der den Hof seines Vaters Thies übernommen hatte, zu dessen faschistischen Umtrieben stand, hat nie jemand gefragt. So wie es auch sonst sehr wenige Fragen gab… Als sein Gesinnungsfreund Roeder wegen rechtsterroristischer Verbrechen ins Gefängnis muss, lebt Thies Christophersen gerade vorübergehend in Belgien. Am 26. August 1983, fast zwei Jahre nach Ausstellung des Haftbefehls, wird Thies Christophersen in Belgien von den dortigen Behörden aufgriffen, verhaftet und an die belgischdeutsche Grenze gebracht. Dort wird er an einem Seiteneingang an deutsche Beamte übergeben und kommt in die JVA Neumünster. Obwohl er es leugnet: mit 19 trat Christophersen in die NSDAP ein. 1944 war Christophersen zur SS abkommandierter Sonderführer im Auschwitz- Nebenlager Rajsko. Nach seiner Haft verbreitet er weiter Hassparolen gegen Ausländer und wütet gegen die Demokratie. Wird er ein behagliches Plätzchen fürs Alter finden? Und immer noch ist die Frage nach der Verwandtschaft nicht geklärt… Podcast-Serie von Claas Christophersen und Norbert Zeeb. Mit: Christian Redl, Beate Rysopp, Wanda Perdelwitz und Steffen Siegmund. Technische Realisation: Frank Albiker, Alicia Wistozky, Nicole Graul und Angelika Körber. Regie: Alexander Schuhmacher. Redaktion: Christiane Glas. Produktion: NDR 2022. Verfügbar bis 31.01.2023. https://ndr.de/radiokunst

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